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Forschungsprojekt DeMuKo gestartet: Wir forschen für ein informiertes und selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt

Über Desinformation wird viel geforscht. Aber was wissen wir eigentlich darüber, wie Menschen, die neu nach Deutschland kommen, in ihrem digitalen Alltag mit Falschinformationen umgehen, in ihren Herkunftssprachen, in sozialen Netzwerken, in einer noch unvertrauten Informationsumwelt?


Menschen, die sich in einem neuen gesellschaftlichen Kontext orientieren, sind gezielten Falschinformationen auf besondere Weise ausgesetzt. Sprachliche Barrieren und fehlendes Kontextwissen über deutsche Institutionen werden aktiv ausgenutzt — durch Behörden-Spoofing, Propaganda und Scams in digitalen Räumen. Diese Forschungslücke möchten wir mit unseren Verbundpartnern schließen. 


Am 1. Mai 2026 ist DeMuKo – Selbstbestimmt und informiert: Desinformation im multilingualen Kontext verstehen und vorbeugen offiziell gestartet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren" gefördert.


Menschen, die vor dem Computer sitzen

Was wir erforschen

Millionen Menschen in Deutschland nutzen täglich digitale Informationen und Kanäle für Behördengänge, für die Arbeit, für den Kontakt mit Familie und Freunden. Wer gleichzeitig noch die deutsche Sprache lernt und sich in einem neuen System orientiert, befindet sich in einer Situation, die Forschende als Information Precarity bezeichnen: einer Art Informationsprekariat, in dem der Zugang zu verlässlichen, verständlichen Informationen erschwert ist, und in der Falschinformationen besonders leicht Fuß fassen können.


In DeMuKo gehen wir den folgenden Fragen nach: Welchen Desinformationsphänomenen begegnen Migrant:innen im digitalen Alltag? Wie gehen sie damit um? Wie hängt das mit dem Vertrauen in staatliche Institutionen und Demokratie zusammen? Und welche Akteure platzieren und verbreiten Desinformation, die auf Migrant*innen abzielt und welche Manipulationstechniken (u.a. KI) nutzen sie? Dabei schauen wir nicht nur wie Desinformationen auf die untersuchte Zielgruppe wirken, sondern untersuchen auch, welche Desinformationsstrategien, in anderen Sprachen und in geschlossenen Netzwerken, gezielt auf Migrant:innen ausgerichtet sind.


Was wir entwickeln

Auf Basis der Forschungsergebnisse entsteht ein Lernkonzept, das niedrigschwellig die Resilienz gegen Desinformation für vulnerable Gruppen steigern soll. Darauf aufbauend wird ein digitales Lerntool entwickelt, das auch als offenes Selbstlernangebot frei zugänglich sein wird (Open Educational Resource).


Unsere Rolle

Grenzenlos Digital e.V. ist Verbundpartner in DeMuKo und verantwortet zum einen die Erforschung der Empfängerseite, also wie Migrant:innen Desinformation erleben, einordnen und damit umgehen sowie die Wissenschaftskommunikation und den Transfer. Wir führen qualitative Interviews durch, analysieren Desinformationsfälle aus zivilgesellschaftlichen Netzwerken und sorgen dafür, dass die Projektergebnisse in Bildungseinrichtungen, politische Entscheidungsprozesse und die breite Öffentlichkeit getragen werden.


Unsere Partner

DeMuKo ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt. Mit dabei sind das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt (DIPF), das den Verbund koordiniert, das Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie sowie das Institut für Interkulturelle Kommunikation der Universität Hildesheim, und die Volkshochschule Hildesheim. Gemeinsam verbinden wir Grundlagenforschung, Bildungspraxis und zivilgesellschaftliche Expertise.


 
 
 

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