
Desinformations-verhalten
verstehen
Im Forschungsprojekt DESIVE² wurde untersucht, wie sich falsche oder irreführende Informationen rund um das Thema Gesundheit im Internet verbreiten – und wie Menschen damit umgehen.
Ziel des Projekts war es, besser zu verstehen, warum und wie Menschen mit Gesundheits(des)information in Berührung kommen, wie sie diese verarbeiten und weiterverbreiten – und welche Rolle dabei persönliche Erfahrungen, Emotionen und digitale Gewohnheiten spielen.
Hierzu wurden umfangreiche qualitative Interview- und Befragungsmethoden eingesetzt, um im direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern zu erfahren, welche kritischen Ereignisse und subjektiven Auslöser zur Verbreitung von wissenschaftlich anmutender Desinformation führen. Basierend auf den Forschungserkenntnissen wurde ein verallgemeinerbares Modell des Umgangs mit dieser Art Desinformation entwickelt.
Die Projektergebnisse leisten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und können perspektivisch in Bildung, Politik und Gesellschaft Anwendung finden.
Projektdaten
DESIVE²
Desinformationsverhalten verstehen
Laufzeit 10.2021 - 12.2024
Kooperationspartner
ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Humboldt-Universität zu Berlin

Förderung

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Maßnahme "Forschung Agil - Erkennen und Bekämpfung von digitalen Desinformationskampagnen"
Desinformationen im Gesundheitskontext
In seinem Teilvorhaben widmete sich Grenzenlos Digital der qualitativen Erforschung des (Des-)Informationsverhaltens. Mithilfe einer App wurden im Rahmen des Projektverlaufs über mehrere Wochen hinweg Gesundheitsinformationen gesammelt und mit begleitenden Umfragen sowie Interviews ausgewertet. Die Analyse folgte dem Ansatz der Grounded Theory. Dabei wurden typische Situationen und Verarbeitungsprozesse im Umgang mit Desinformation identifiziert (Critical Incidents).
Grenzenlos Digital war verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung von Studien sowie die Analyse und Auswertung der erhobenen Daten. Die Ergebnisse aus verschiedenen Methoden, App-Daten, Interviews, standardisierte Befragungen, flossen in das entwickelte Desinformationsverhaltens-Modell ein. Dieses ermöglicht eine differenzierte Analyse von Faktoren, die Desinformationsverhalten beeinflussen, und leistet einen wichtigen Beitrag zur Informationsverhaltensforschung im Gesundheitskontext.
Die Ergebnisse wurden offen auf dem Zenodo-Community-Space von DESIVE² veröffentlicht und in Workshops, Vorträgen und Publikationen verbreitet. Die Ergebnisse finden sich unter Veröffentlichungen.
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