Erstes Projekttreffen von DeMuKo: Der Startschuss in Frankfurt
- Violeta Trkulja

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Am 12. Juni 2026 haben wir uns zum ersten gemeinsamen Projektmeeting mit allen Verbundpartner:innen von Demuko am DIPF – dem Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt getroffen.
DeMuKo, „Selbstbestimmt und informiert: Desinformation im multilingualen Kontext verstehen und vorbeugen“, ist ein vom BMFTR gefördertes Projekt und läuft bis April 2029. Im Mittelpunkt steht eine gesellschaftlich relevante Frage: Wie können Menschen, die neu nach Deutschland kommen und Deutsch als Zweit- oder Drittsprache erwerben, dabei unterstützt werden, sich selbstbestimmt in einer zunehmend digitalen Informationsumwelt zurechtzufinden? Sprachliche Barrieren und fehlende Vertrautheit mit gesellschaftlichen und institutionellen Gepflogenheiten in Deutschland, z. B. im Umgang mit Behörden oder bei Vertragsabschlüssen, erschweren die kritische Einordnung von Informationen zusätzlich. Hinzu kommt eine gesamtgesellschaftlich oft nur unzureichend ausgeprägte digitale Kompetenz, die das Problem weiter verstärkt. Das macht Menschen, die sich noch in der gesellschaftlichen Orientierungsphase befinden, besonders anfällig für gezielte Desinformation.

Das Projekt geht in drei Schritten vor: Zunächst wird durch Befragungen das Informationsverhalten der Zielgruppe besser verstanden und der Zusammenhang von Mehrsprachigkeit und Vertrauen in staatliche Institutionen untersucht. Darauf folgt eine Kartierung von Desinformationsstrategien, denen Migrant:innen, die sich in der Orientierungsphase befinden, ausgesetzt sind. Schließlich wird ein evidenzbasiertes Lernkonzept entwickelt, das niedrigschwellig in Sprach- und Integrationskursen an Volkshochschulen, aber auch in anderen Bildungseinrichtungen eingesetzt werden kann.
Das erste Projekttreffen war eine Gelegenheit, die unterschiedlichen Perspektiven der Verbundpartner kennenzulernen: Neben uns als zivilgesellschaftlichem Verein, der zum Thema Desinformation forscht und die Wissenschaftskommunikation übernimmt, sind drei weitere Organisationen dabei. Das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt am Main leitet das Projekt, forscht zu den Desinformationsstrategien, denen Migrant:innen ausgesetzt sind, und überführt das Lernkonzept in ein digitales Selbstlernmodul. Die Universität Hildesheim ist mit dem Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie sowie dem Institut für Interkulturelle Kommunikation vertreten und wird das Lernkonzept entwerfen und Forschung auf der Empfänger- und Senderseite von Desinformationsstrategien durchführen. Die Volkshochschule Hildesheim ist als Praxispartnerin dabei und wird die Erprobung der entwickelten Lehr- und Lerneinheiten begleiten.
Während des Projekttreffens wurde die Arbeit der nächsten Monate geplant: Vorbereitung der empirischen Erhebungen, Ethikrichtlinien für die Projektarbeit, zielgruppengerechte Ansprache der Teilnehmenden und erste Überlegungen zu Projektwebseite und Außenkommunikation.
Wir berichten hier und auf LinkedIn weiter – unter dem Hashtag #demuko. Mehr Informationen zum Projekt gibt es bereits auf der Projektseite des BMFTR-Förderprogramms. Die eigene Projektwebseite unter www.demuko.de befindet sich gerade im Aufbau und wird demnächst online geschaltet.
.png)



Kommentare