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Gemeinsam für eine gerechtere Verwaltung: Rückblick auf unseren 1. Workshop „Digital dabei?“

Mal ehrlich: Wann haben Sie sich das letzte Mal über ein Online-Formular geärgert oder verzweifelt nach einem analogen Weg gesucht, um etwas in ihrer Stadtverwaltung zu erledigen?

Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Ob Wohnsitzanmeldung, Bäderticket oder der ÖPNV, wer kein Smartphone, keine Mail-Adresse oder schlicht nicht über das nötige Know-how verfügt, steht immer öfter vor (digital) verschlossenen Türen. Genau hier setzt unser Projekt „Digital dabei?“ an. Wir wollen nicht nur über Barrieren reden, sondern sie gemeinsam mit denen identifizieren, die sie täglich erleben.


Materialien für den Workshop mit Citizen Scientists
Materialien für den Workshop mit Citizen Scientists


Auftakt mit unseren Citizen Scientists

Am 16. Dezember 2025 fiel der Startschuss: Wir kamen zu unserem ersten Workshop zusammen, um gemeinsam den Grundstein für unsere Forschung zu legen. Besonders wichtig ist uns dabei der Ansatz des gemeinsamen Forschens: Die Teilnehmenden sind für uns keine bloßen Proband*innen, sondern gleichberechtigte Co-Forschende.

Zum Einstieg haben wir uns ganz persönlich über unsere Erlebnisse mit Behörden ausgetauscht. Die Teilnehmenden schildern ihren letzten Kontakt mit einem Amt. Ziemlich häufig ist hier das Wort Steuererklärung gefallen. Dabei wurde schnell klar, dass die Hürden oft tiefer liegen als nur ein fehlender Button auf einer Website: Es geht um komplizierte Sprache, technische Barrieren und die schiere Überforderung durch komplexe Anträge.


Das Handwerkszeug: Wie forscht man eigentlich?

Damit unsere Citizen Scientists in den nächsten Wochen eigenständig loslegen können, haben wir den Workshop genutzt, um uns fit für die Feldforschung zu machen. Dabei ging es um weit mehr als nur Technik:

  • Zuhören will gelernt sein: In kleinen Übungen zur Interviewtechnik haben wir trainiert, wie offene Fragen gestellt und dem Gegenüber Raum gegeben wird, ohne die Antworten schon vorzugeben.

  • Vertrauen und Verantwortung: Datenschutz klingt trocken, ist aber die Basis unserer Arbeit. Wir haben besprochen, wie wir Geschichten so dokumentieren, dass die Anonymität aller Beteiligten geschützt bleibt.

  • Technik-Check: Damit später nichts schiefgeht, haben wir den Umgang mit Aufnahme-Apps, Interviewleitfäden und unserem Ordnungssystem für die Daten (den Fall-Codes) direkt ausprobiert.


Wie geht es weiter?

Nach dem ersten Workshop starten unsere Co-Forschenden nun in die aktive Feldphase. Ihre Aufgabe ist es, bis Ende Februar jeweils fünf Fälle oder Geschichten aus ihrem Umfeld zu dokumentieren – sei es durch Audioaufnahmen oder schriftliche Protokolle. Vorlagen und Interviewleitfäden haben wir dafür auch genauer besprochen.

Der weitere Fahrplan sieht so aus:

  • Bis Ende Februar: Sammeln von Geschichten und Dokumentieren von Barrieren im Verwaltungsalltag.

  • März: Gemeinsamer Auswertungsworkshop, in dem wir die gesammelten Daten analysieren und systematisieren.

  • April / Mai: Erarbeitung von konkreten Handlungsempfehlungen für eine inklusivere Verwaltung.

Wir sind gespannt auf die Erkenntnisse, die unsere Citizen Scientists „vor Ort“ sammeln werden. 

 
 
 

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