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Untersuchung wissenschaftlicher Fehlinformationen aus zurückgezogenen Publikationen

Die 86. Jahrestagung der Association for Information Science and Technology (ASIS&T) fand vom 27. bis 31. Oktober in London statt. Unter dem Motto "Making a Difference: Translating Information Research into Practice, Policy, and Action" konzentriert sich die Konferenz darauf, Forschung im Bereich der Informationswissenschaft in praktische, politische und aktionsorientierte Ergebnisse zu übersetzen. ASIS&T ist die größte Vereinigung im Bereich der Informationswissenschaft und -technologie, bringt Wissenschaftler:innen zusammen, um Forschungsergebnisse auszutauschen und deren Umsetzung in praktische Anwendungen zu unterstützen.

Violeta Trkulja (m.) und Juliane Stiller (r.) hier gemeinsam mit Isabella Peters (Vorständin)

Juliane Stiller und Violeta Trkulja waren mit einer Posterpräsentation vertreten, um Forschungsergebnisse aus dem Projekt DESIVE² - Desinformationsverhalten verstehen zu präsentieren.


Gemeinsam mit Senta Terner untersuchten Juliane Stiller und Violeta Trkulja die Verbreitung von wissenschaftlichen Fehlinformationen durch zurückgezogene wissenschaftliche Publikationen und wie diese von den Medien wahrgenommen werden. Hierfür nutzten sie die Datenbank “Retraction Watch” (https://retractionwatch.com/retracted-coronavirus-covid-19-papers), die eine Auflistung zurückgezogener wissenschaftlicher Publikationen im Zusammenhang mit COVID-19 zur Verfügung stellt. Als Grundlage diente eine Liste von 270 zurückgezogenen COVID-19-Papieren für die Analyse von 180 Nachrichtenartikeln, aus welchen letztlich 16 Publikationen ausgewählt wurden.


Anhand von drei sehr unterschiedlichen Fälle illustrieren sie die verschiedenen Aspekte der Verbreitung und Wahrnehmung wissenschaftlicher Fehlinformationen in den Medien. Hierzu konnten die Autorinnen vier Hauptfaktoren identifizierten, die die Darstellung zurückgezogener wissenschaftlicher Artikel in den Medien beeinflussen:

  1. Das Thema des Artikels entscheidet darüber, ob über den Artikel selbst oder seinen Rückzug berichtet wird,

  2. die Merkmale des Nachrichtenartikels bestimmen, wie detailliert und umfassend der Rückzug thematisiert wird,

  3. die Zielgruppe des Artikels beeinflusst dessen Rezeption und Wirkung und

  4. die Eigenschaften der ursprünglichen Veröffentlichung, insbesondere die Motive oder Absichten der Autoren, werden ebenfalls berücksichtigt.

Die Studie bietet wichtige Einblicke in die Verbreitung von wissenschaftlichen Fehlinformationen und hebt die Rolle von Reaktionen bei der Verbreitung durch die Medien hervor. Sie unterstreicht zudem die Bedeutung einer sorgfältigen und genauen Berichterstattung, insbesondere im Kontext wissenschaftlicher Forschung und Publikationen.


Das Poster zur Präsentation finden Sie auf Zenodo zum Download: Poster herunterladen.


Publikation: Stiller, J., Terner, S. and Trkulja, V. (2023): Investigating Scientific Misinformation Originating from Retracted Publications and Their Perception. Proceedings of the Association for Information Science and Technology, 60: 1134-1136. https://doi.org/10.1002/pra2.969


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