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Informationskompetenz und Zivilgesellschaft - Zur Bedeutung digitaler Kompetenzen für die Teilhabe

Unter dem Titel „Information Literacy and Civil Society - Teaching Concepts and Evaluation in Times of Information Disorder“ fand die diesjährige IDESA-Konferenz am 18. und 19. November 2022 an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Sarajevo statt.

Eröffnung der IDESA-Konferenz durch Mario Hibert (Universität Sarajevo), Thomas Mandl (Universität Hildesheim) und Sead Turčalo (Dekan Universität Sarajevo) (v.l.n.r.)

Seit drei Jahren wird die Konferenz abwechselnd von der Universität Hildesheim und der Universität Sarajevo ausgerichtet. Die diesjährige Konferenz bot unter einem sehr aktuellen Motto verschiedene Perspektiven auf die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Förderung der Informationskompetenz. Studierende, Wissenschaftler:innen und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft aus Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Kroatien, Montenegro und Serbien haben an der Konferenz teilgenommen.


Die Teilnehmenden diskutierten verschiedene Aspekte der Medien-, Informations- und digitalen Kompetenzen, unter dem Eindruck der aktuell stattfindenden globalen Krisen und sich gleichzeitig immer weiter entwickelnden undurchsichtigen Algorithmen und komplexen Informationssystemen. Hierbei wurden Herausforderungen für Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutiert und interdisziplinäre Perspektiven auf Lernprozesse und Unterrichtspraktiken vorgestellt.


Grenzenlos Digital e. V. war auf der Konferenz mit einem Vortrag über die Bedeutung digitaler Kompetenzen für die gesellschaftliche Teilhabe vertreten. Zunächst legte Dr. Violeta Trkulja in ihrem Vortrag ein Augenmerk auf die immer größer werdende digitale Kluft, die sich unter anderem in einem immer weiter verbreitenden Mangel an digitalen Kompetenzen manifestiert. Um diese Kluft zu überbrücken, muss die digitale Inklusion gefördert werden, die sämtliche Aktivitäten umfasst, „die notwendig sind, um einen gleichberechtigten Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Nutzung für die Teilnahme am sozialen und wirtschaftlichen Leben zu gewährleisten" (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Digital_inclusion).


Eine der wichtigsten Triebkräfte für die digitale Inklusion ist die Steigerung digitaler Kompetenzen. Um Maßnahmen zur Förderung digitaler Kompetenzen ergreifen zu können, braucht es ein gemeinsames Verständnis darüber, was Digitalkompetenz genau auszeichnet und wie der Erfolg von Instrumenten zu ihrer Förderung gemessen werden kann. Dr. Violeta Trkulja ging auf verschiedene Frameworks ein, die es nicht nur ermöglichen, digitale Kompetenzen genauer zu definieren, sondern auch eine Einschätzung der Fähigkeiten der Menschen vorzunehmen. Sie betonte dabei, dass es in der Förderung digitaler Kompetenzen weniger um die Vermittlung spezifischer Anwendungsfertigkeiten geht, sondern um ein grundlegendes und übergreifendes Verständnis der digitalen Welt. Solch ein Verständnis mit seinen verschiedenen Konzepten zu vermitteln, stellt in der Praxis oftmals eine Herausforderung dar.


Zum Schluss des Vortrags stellte sie noch das Projekt Intro vor, das wir derzeit durchführen. Hier vermitteln wir digitale basale Kompetenzen in einer digitalen Umgebung an Menschen mit Fluchtbiografie und Migrationshintergrund.



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